Narzissmus und Stalking…

Diesen Zusammenhang erklärt die Schweizer “Blick.ch” in einem Interview:

Herr Gresch, wie äussert sich eine narzisstische Störung?
Hans Ulrich Gresch: Ein Narzisst hat ein ganz starkes Minderwertigkeitsgefühl, das er jedoch verdrängt. Er schwelgt in Fantasien des grenzenlosen Erfolgs, übertreibt eigene Fähigkeiten und Leistungen masslos und verlangt von seinem Umfeld bedingungslose Bewunderung.
Wer kann einen solchen Menschen ertragen?
Der Narzisst schart Leute um sich, die sich nicht wehren können oder zu ihm aufschauen müssen – zum Beispiel Untergebene am Arbeitsplatz. Er toleriert nur Menschen, die ihm das Gefühl geben, seine Selbstüberschätzung sei wahr. Er ist regelrecht süchtig nach Bewunderung. Nur jemanden, der sich ihm völlig unterwirft, kann er auch lieben.
Ex-Armeechef Roland Nef wurde verlassen und hat seine Ex-Freundin gestalkt. Passt das?
Stalking ist ein ganz klassisches narzisstisches Verhalten. Wenn sich jemand von einem Narzissten trennt, wird er mit blindem Hass verfolgt. Der psychisch Kranke versucht dann mit allen erdenklichen Mitteln, sich zu rächen. Wenn er Macht besitzt, wird er diese auch nutzen. Solche Menschen sind richtig gefährlich.
Sind Narzissten vor allem Machtmenschen?
Nicht nur. Aber es gibt viele Narzissten in Führungspositionen. Dort fallen sie nicht so auf. Sie können ihre Sucht nach Bewunderung ausleben, ohne gross Konsequenzen zu spüren. Denn die Untergebenen sind ja verpflichtet, zu ihrem Chef aufzuschauen.

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Narzissmus und Depression

“Depression und Grandiosität als wesensverwandte Formen der narzisstischen Störung” hatte einst Alice Miller postuliert:

“Die Depression und ihr Gegenstück, die Grandiosität, sind Erscheinungsformen der zeittypischen narzißtischen Störung. Deren Wesen wird im notwendigen Aufgeben des ‘wahren Selbst’ um der Objekterhaltung willen gesehen. Die Ursprünge solcher Selbstentfremdung liegen in der frühen Kindheit: die Patienten versuchen lebenslang den Erwartungen der introjizierten Mutter nachzuleben”.

Zu beweisen ist davon natürlich wenig. Ein bisschen Grandiosität muss offenbar auch sein; wozu sonst bieten Märchen und Mythen all die Heldinnen und Helden zur Identifikation an?